Sonntag, 10. Mai 2009

Kaputte Welt

Auf die Gefahr hin, dass mein kleiner Erlebnisbericht politsch nicht ganz korrekt ist:
Vorweg: Heute ist Muttertag! Das war mir zu Beginn meiner Reise nicht wirklich klar... Naja, jedenfalls meine Liebste habe ich zum Bahnhof begleitet, sie musste nach Frankfurt/Main um dort am folgenden Tag einen Vortrag zu halten. Sie fuhr ab und winke winke...und...Mist! Jetzt bin ich allein. Jetzt ist sie allein! So sollte es nicht sein.
Meiner einer musste noch ne weitere halbe Stunde warten um mit dem nächsten Zug via Hamburg-Harburg nach Tostedt zu fahren. Einigermaßen erwartungsfroh erwartete ich den Metronom; schließlich war es ja noch recht früh am Tag (ca. 11 Uhr) und der Zug sollte somit nicht überfüllt sein. Weit gefehlt kann ich nur sagen!!!
Ich hätte stutzig werden müssen...der Zug hatte eine Verspätung von 5-10 Minuten...der Zug kam und es fiel mir wie Schuppen aus den Haaren: Heute spielt der HSV in Bremen...heute spielt der FC St. Pauli zu Hause, heute ist Hafengeburtstag in Hamburg...und: Es ist Muttertag! Die vereinzelten Fans gingen ja noch (man hat sich im Metronom an sie bereits gewöhnt) aber die Mütter! Wahnsinn! Alte (40-57jährige), häßliche, dicke, krakelende, halbbetrunkene sogenannte Mütter mit dem berühmten "Kurze-Glas" um den Hals saßen und standen in Grüppchen verteilt im ganzen Zug. Herrje...und ein Klopper-Spruch nach dem anderen, ein Erdbeer-Lime nach dem anderen.
Mir blieb nur der Gedanke: Deren arme Kinder...was aus denen mal werden soll...armes Deutschland. Ich merkte, dass meine Gedanken ein bedrohliches Ausmaß annahmen. Das schlimmste - wie ich finde - aber war: Für mich war das in diesem Ausmaß neu! Bei den Herren der Schöpfung ist man Gelage, Pöbelei, sicheres Auftreten in der Gruppe (immerhin einmal im Jahr darf er das erleben!), Gestank und Dreck ja mittlerweile gewöhnt. Dass das vermeintlich schwache Geschlecht aber nun scheinbar in windeseile diese Animalitäten aufholt und nachmacht...ich konnte es nicht fassen. Ich dachte mir, dass immerhin der eine Teil der Menschheit (die Frauen) wenigstens halbwegs vernünftig in der Welt - und sei es zum Feiern auf den Hafengeburtstag - unterwgs ist. Pustkuchen! Sorry!
Mit anfangenden Kopfschmerzen entstieg ich also nach ca. 20 Minuten in Harburg dem Zug...mit leichten Zweifeln wie wohl die Fahrt nach Tostedt...das ist dann in Richtung Bremen...verlaufen wird. Leider Gott sei Dank waren die HSV- und Werder-Fans in der eindeutigen Überzahl. Selbst die Polizeieskorte in ihren grünen Anzügen fiel wegen der Fischkopp-Fans nicht weiter auf. Nebenbei: Jetzt wusste ich gar nicht mehr, wer auf die Kinder aufpasst, mit ihnen spielt etc.pp. Die Großeltern?! Dachte die angeln, schneiden mit der Nagelschere ihre Hecke vom Schrebergarten oder halten den Verkehr auf. Vorsicht...meine Gedanken!
Erwartungsgemäß galt es also auch auf der Fahrt nach Tostedt zu stehen. Reichlich genervt und inzwischen mit richtigen Kopfschmerzen stieg ich unter lautem Gegröle an meinem Zielbahnhof aus.
Mein Gedanke war nur: Vielleicht hätte ich während meines Aufenthalts in Harburg mir lieber 'n halben Liter Bier kaufen sollen, anstatt meiner Mutter eine Packung I love Milka...sie hat mich jedenfalls ausgelacht und gesagt: "Muttertag feiern wir doch nicht!"

Kommentare:

  1. Das sind ja Seiten, welche ich von den "Dämlichkeiten" ( sorry wegen meinem Dütsch, aber ist das die richtige Interpretation der Mehrzahl von Damen?-egal) ja garnicht so kenne. Aber vielleicht sind die Fischköppe wirklich ein schuppiges "Wölkchen" für sich? Und wie wird jene Welt der Amazonen dann den Männertag huldigen? Mitmachen, oder über die andere Schlafzimmerhälfte herziehen? Berichte....

    rolf

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  2. Ausschweifend feierende Mütter ist auch mir neu ... ich kenne das nur, dass man Mama ein paar Blümchen pflückt und was selber bastelt - meistens einen Gutschein über "ein liebes Kind" ...
    Gut, dass sie den nie eingelöst hat ...

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