Donnerstag, 21. Mai 2009

Kaputte Welt II

...ist eigentlich nicht der richtige Titel. Da dieser Bericht aber angelehnt ist an den Vorgänger-Bericht "Kaputte Welt", so soll der Bericht also so heissen wie er jetzt heisst.

Völlig ohne Ahnung und ohne mein Wissen befand ich mich an diesem Himmelfahrtsdonnerstag bei meiner Tante zu Hause. Wieso ich das alles nicht gemerkt habe, lassen wir mal dahin gestellt, nur soviel: Alkohol war nicht im Spiel! Noch nicht... Jedenfalls habe ich mich im Auto meines Vetters ausgiebig und ausführlich über Fußball und das bevorstehende Saisonfinale unterhalten.
Angekommen bei meiner Tante und ihrer Familie wurde mir verkündet, dass noch ein "paar Leute" kämen und die Männer eine Vaddertagstour unternehmen würden.
Aha.
Soso.
Ich dachte unwillkürlich an meinen Vorgänger-Bericht. Alles dahin. Oder doch nicht?
Einer meiner Vettern hatte sich überlegt mal mit seinen Vettern eine Treckertour mit Bier und Grillen zu unternehmen. Durch Wald, Wiesen und Feldwege. Klasse Idee! Wirklich! Für sowas bin ich immer zu haben! Sofort! Aber heute war Himmelfahrt und für viele der männlichen Bevölkerung heisst das: Vaddertagstour!!!
Ich hatte echte Schmerzen. Einerseits war es eine super Idee für eine Unternehmung, andererseits gefiel mir der Stempel, den diese Tour durch das Datum und durch die sich ebenfalls durchs schöne Deutschland zu Fuß und mit Bollerwagen bewaffneten Herren der Schöpfung stiefelten, aufgedrückt bekam, überhaupt nicht.
Warum können wir das nicht nächstes Wochenende machen? Da sind wir unter uns. Und wir machen einfach nur eine Fahrt ins Blaue.
Nein, es musste ausgerechnet an diesem Tag sein, dem Vaddertag.
Ich schätze, dass 80% der durch Deutschland ziehenden Väter noch nicht einmal weiß, dass eigentlich Himmelfahrt ist.
Es ging also los...10 "Männer" auf dem Hänger, einer als Fahrer auf dem Trecker. Und: Schön viel Bier mit.

Himmelfahrts-/Vaddertagstourgefährt

Und unterwegs...man fragt sich, was die, die man so unterwegs trifft sonst so machen, wenn nicht Himmelfahrt ist. Kann nur hoffen
, dass die Herrschaften keine Väter sind. Der Englandtourist auf Malle oder Ibiza sollte einem sympathisch werden. Sämtliche Knöpfe und Schalter am Gehirn wurde umgelegt.
Wenn das alles - so wohl bei Männlein und Weiblein - nur nicht so traurig wäre, es wäre gerade zu komisch. So absurd. Alles.
So habe ich es dann auch während der Fahrt versucht zu sehen - gelungen ist es mir. Ich befand mich ja in netter gesellschaftlicher Runde. Ok, das sehen die von mir eben so beschimpften sicher
auch so. Gott sei Dank.
In dieser unserer gesellschaftlichen Runde befanden sich immerhin auch 5 Väter - also satte 50%! Eine vertretbare Quote.
Wetter?Ach so, ja. Das Wetter, war toll. Hat gehalten - bis zum Grillen.

Mal sehen, wo ich mich und in welcher gesellschaftlichen Runde, nächstes Jahr befinde...

Samstag, 16. Mai 2009

Fussball Welt

Na endlich!!!
Mein FC hat nach angeblich 12 Jahren mal wieder in Hamburg beim unsäglichen HSV gewonnen!
Jawoll!
Die Frage wie das Spiel zu Beginn der Rückrunde oder in der Mitte der Rückrunde ausgegangen wäre, stellt sich selbstredend nicht!
Wenn man weiter eine gute Einkaufspolitik betreibt, alle Beteiligten auf dem Teppich bleiben, kann es nur weiter aufwärts gehen! Schön, dass zur neuen Saison der Jung aus München zurück kommt!

Das - ja auch das bin ich...und bin trotzdem stolz ein Hamburger Jung zu sein!

Sonntag, 10. Mai 2009

Kaputte Welt

Auf die Gefahr hin, dass mein kleiner Erlebnisbericht politsch nicht ganz korrekt ist:
Vorweg: Heute ist Muttertag! Das war mir zu Beginn meiner Reise nicht wirklich klar... Naja, jedenfalls meine Liebste habe ich zum Bahnhof begleitet, sie musste nach Frankfurt/Main um dort am folgenden Tag einen Vortrag zu halten. Sie fuhr ab und winke winke...und...Mist! Jetzt bin ich allein. Jetzt ist sie allein! So sollte es nicht sein.
Meiner einer musste noch ne weitere halbe Stunde warten um mit dem nächsten Zug via Hamburg-Harburg nach Tostedt zu fahren. Einigermaßen erwartungsfroh erwartete ich den Metronom; schließlich war es ja noch recht früh am Tag (ca. 11 Uhr) und der Zug sollte somit nicht überfüllt sein. Weit gefehlt kann ich nur sagen!!!
Ich hätte stutzig werden müssen...der Zug hatte eine Verspätung von 5-10 Minuten...der Zug kam und es fiel mir wie Schuppen aus den Haaren: Heute spielt der HSV in Bremen...heute spielt der FC St. Pauli zu Hause, heute ist Hafengeburtstag in Hamburg...und: Es ist Muttertag! Die vereinzelten Fans gingen ja noch (man hat sich im Metronom an sie bereits gewöhnt) aber die Mütter! Wahnsinn! Alte (40-57jährige), häßliche, dicke, krakelende, halbbetrunkene sogenannte Mütter mit dem berühmten "Kurze-Glas" um den Hals saßen und standen in Grüppchen verteilt im ganzen Zug. Herrje...und ein Klopper-Spruch nach dem anderen, ein Erdbeer-Lime nach dem anderen.
Mir blieb nur der Gedanke: Deren arme Kinder...was aus denen mal werden soll...armes Deutschland. Ich merkte, dass meine Gedanken ein bedrohliches Ausmaß annahmen. Das schlimmste - wie ich finde - aber war: Für mich war das in diesem Ausmaß neu! Bei den Herren der Schöpfung ist man Gelage, Pöbelei, sicheres Auftreten in der Gruppe (immerhin einmal im Jahr darf er das erleben!), Gestank und Dreck ja mittlerweile gewöhnt. Dass das vermeintlich schwache Geschlecht aber nun scheinbar in windeseile diese Animalitäten aufholt und nachmacht...ich konnte es nicht fassen. Ich dachte mir, dass immerhin der eine Teil der Menschheit (die Frauen) wenigstens halbwegs vernünftig in der Welt - und sei es zum Feiern auf den Hafengeburtstag - unterwgs ist. Pustkuchen! Sorry!
Mit anfangenden Kopfschmerzen entstieg ich also nach ca. 20 Minuten in Harburg dem Zug...mit leichten Zweifeln wie wohl die Fahrt nach Tostedt...das ist dann in Richtung Bremen...verlaufen wird. Leider Gott sei Dank waren die HSV- und Werder-Fans in der eindeutigen Überzahl. Selbst die Polizeieskorte in ihren grünen Anzügen fiel wegen der Fischkopp-Fans nicht weiter auf. Nebenbei: Jetzt wusste ich gar nicht mehr, wer auf die Kinder aufpasst, mit ihnen spielt etc.pp. Die Großeltern?! Dachte die angeln, schneiden mit der Nagelschere ihre Hecke vom Schrebergarten oder halten den Verkehr auf. Vorsicht...meine Gedanken!
Erwartungsgemäß galt es also auch auf der Fahrt nach Tostedt zu stehen. Reichlich genervt und inzwischen mit richtigen Kopfschmerzen stieg ich unter lautem Gegröle an meinem Zielbahnhof aus.
Mein Gedanke war nur: Vielleicht hätte ich während meines Aufenthalts in Harburg mir lieber 'n halben Liter Bier kaufen sollen, anstatt meiner Mutter eine Packung I love Milka...sie hat mich jedenfalls ausgelacht und gesagt: "Muttertag feiern wir doch nicht!"